Das aulos Blasorchester

Die Idee des aulos Blasorchesters ist einerseits, motivierten Bläsern und Schlagzeugern jedes Jahr eine Möglichkeit zu bieten, neue musikalische Ufer zu entdecken und eine tolle Lagerwoche zu erleben. Andererseits will das aulos auch die sinfonische Blasmusik in ihren verschiedenen Facetten dem heimischen Publikum näher bringen.

ochestra in concert

In beiden dieser Leitziele erreichte das aulos Blasorchester ein Niveau, das es zu einer einzigartigen Formation macht. Bereits die erste Auflage 1990 probte im Herbst ein gehobenes Programm in sinfonischer Besetzung ein, bereits damals erlebten die Musiker eine spannende Probewoche und spielten anschliessend vier gut gelungene Konzerte. Der Vorstand setzte schon immer viel Engagement und Idealismus in das Projekt. Aber dennoch brachte die Zeit einige Veränderungen.

Für die Organisatoren bringt es viel Arbeit mit sich, jedes Jahr ein solches Projekt auf die Beine zu stellen. An den ersten aulos-Konzerten standen zwei Dirigenten vor dem Orchester, dieselben zwei, die für das ganze Drumherum verantwortlich zeichneten. Damit sich sowohl die musikalische wie die logistische Qualität optimal entwickeln konnten, trennte sich bald nach der ersten Auflage die administrative von der musikalischen Leitung. Schon seit einigen Jahren lädt das aulos Blasorchester renommierte, aber auch junge unbekannte Schweizer Dirigenten ein. Die Vorstandsmitglieder spielen ebenfalls im Orchester mit, so dass sie an vorderster Front miterleben, was in den Proben und an den Konzerten passiert.

Auch wenn die Idee des aulos Blasorchesters über all die Jahre bestehen blieb, änderte sich ihre Form in grossem Masse. Das Orchester erreichte eine Besetzung und ein Niveau, dass es viele Werke der sinfonischen Blasorchesterliteratur der Höchstklasse in der Probewoche erarbeiten kann. So lockte das aulos manchen ehrgeizigen Musiker aus seiner Stube hervor, immer interessantere und mutigere Projekte wurden so möglich. Einen grossen Coup landete das Orchester mit seinem 20-jährigen Jubiläum: Zum ersten Mal beauftragte es 2009 einen Komponisten, ein auf das aulos zugeschnittenes Werk zu schreiben. Das Stück „Sacri Monti“ von Mario Bürki verbuchte bei der Uraufführung so viel Erfolg, dass es schon kurz danach Eingang in die Konzertprogramme verschiedener Musikvereine fand. Zudem betrat mit Johan de Meij zum ersten Mal ein international bekannter Dirigent und Komponist das Pult. Er machte unser Orchester einem noch breiteren Publikum auch über die Landesgrenzen hinaus bekannt. Er war es auch, der uns einen Kollegen empfahl, der in der europäischen Blasmusikszene zu den besten Dirigenten zählt: Henrie Adams, der das aulos 2010 schliesslich auch dirigierte.

ochestra in concert

Bereits 2011 folgt das nächste Abenteuer: Zum ersten Mal vergab der Vorstand einen Werkauftrag und lud den Komponisten gleichzeitig als Dirigenten in die Schweiz ein. Im Herbst wird Bert Appermont, der besonders als Komponist Ansehen rund um den Globus geniesst, unter anderem seine Symphony No. 2 mit dem aulos zur Uraufführung bringen. Wir sind sowohl auf seine Musik als auch auf seine Proben gespannt. Diese Entwicklung machte aus dem kleinen Musiklager die grosse Institution, die aulos Blasorchester heute ist. Konnte früher das ganze Projekt mit den Mitgliederbeiträgen finanziert werden, sind für die Auftragskompositionen in den letzten Jahren Sponsorengelder unabdingbar geworden. Trotzdem blieb und bleibt es ein Blasorchester für Amateure, Profis und Musikstudenten.

Es ist sehr schwierig, genau zu sagen, was das aulos Blasorchester so einzigartig macht. Es muss alles zusammen sein, die Lagerwoche mit der kurierenden Herbstluft der Walliser Alpen, das Wiedersehen nach einem ereignisreichen Jahr, das gemeinsame Musizieren, das gute Essen, die Konzerte in allen Ecken der Schweiz und wohl noch vieles, vieles mehr.